Geschichte der Provinz Brixen
1928 kam es zur Losreißung der seit dem Ende des Ersten Weltkrieg zu Italien gehörenden Südtiroler Klöster und Einrichtungen der Tiroler Kapuziner und zur Neuerrichtung der Brixener Kapuzinerprovinz.
Nach dieser schmerzvollen und schwierigen Zeit nach der Trennung 1928 umfasste die Provinz 11 Klöster, das Seminar in Salern und das Liebeswerk mit insgesamt 153 Brüdern (davon 14 aus Nordtirol).
Der Missionseinsatz in Bulgarien (1928 mit 31 Brüdern) wurde durch den II. Weltkrieg jäh unterbrochen. Erst nach 1989 war eine Einreise wieder möglich. 1993 übernahm die Provinz Krakau dieses Gebiet.
1948 übernahm die Provinz den Standort Müstair (Schweiz) sowie von 1999 bis 2009 Tarasp (Engadin).
In Chile wirkte ein Bruder von 1950 bis 1965 sowie ein weiterer von 1958 bis 1972.
1961 schloss sich die Südtiroler Provinz mit 8 Brüdern der Rheinisch-Westfälischen Mission in Indonesien (Sibolga) an. 2010 sind noch 2 Brüder im Einsatz.
Von 1970 bis 1987 übernahm die Provinz das zur Wiener Provinz gehörende Kloster Wolfsberg.
Das Seraphische Liebeswerk musste 1928 das Fidelishaus in Dorf Tirol aufgeben und bekam erst 1950 wiederum ein eigenes Haus in Meran. Mit der Umwandlung in eine Stiftung 2001 wurde die formelle Eigenständigkeit und Unabhängigkeit von der Provinz erreicht.
Das Seminar in Salern konnte bis 1960 eigene Hausstudien anbieten und diente anschließend der Unterbringung der Landwirtschaftsschule. 2000 wurde es veräußert.
2008 kamen 3 Brüder aus der Provinz Krakau zur Unterstützung.
Nach mehreren Schließungen (Eppan und Klausen 1971, Mals 1990, Lana 2009) umfasst die Provinz am 1.1.2010 50 Brüder in den Klöstern Brixen, Bozen, Neumarkt, Bruneck, Meran, Schlanders. Provinzpatron ist der Hl. Antonius von Padua.
Am 10. Mai 2011 erfolgte der Zusammenschluss der Kapuzinerprovinz Brixen mit der Österreichischen Kapuzinerprovinz zur Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol. Am 16.11.2022 wurde die Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol von Generalminister Roberto Genuin aufgehoben. Die Kapuzinerdelegation Tirol mit den Kapuzinerklöstern Feldkirch, Innsbruck, Irdning und Salzburg ist der Deutschen Kapuzinerprovinz, die Kapuzinerdelegation Wien mit den Kapuzinerklöstern Klagenfurt, Leibnitz, Wien und Wiener Neustadt der Kapuzinerprovinz Krakau rechtlich zugeordnet. Die Klöster in Südtirol wurden der Kapuzinerprovinz Triveneto angegliedert.
